Zusammen

Licht
Der Bewegungsablauf meiner Beine wirkt einstudiert. Ich hinterfrage ihn nicht. Während meine Jacke durchweicht und ich Tropfen für Tropfen auf der Haut spüre, denke ich an dich. Vor der Haustür angekommen suche ich nach deinem Namen. Die vielen kleinen überklebten und verblichenen Zettel auf den Klingeln machen es schwer. Es ist dunkel. Die Tür summt. Du öffnest schnell und ich nehme mehreren Stufen gleichzeitig – dann stehe ich vor dir. Du sagst nichts. Lässt mich passieren. Ohne jede Regung stehst du da. Ich betrete den großen Flur der Wohnung. Die nassen Sohlen meiner Schuhe quietschen auf dem Parkett. Ich lege alles ab. Folge dir geräuschlos. Wir erwarten nichts voneinander. Alles scheint gesagt. Du hast eine Kerze angezündet, daneben eine Tasse Tee und auf dem Bett der Laptop. Du schreibst wohl wieder. Ich versuche die Ruhe nicht zu stören. Sage nichts, sondern ziehe mich nur aus. Du begutachtest das alles und nach kurzem zögern liegen wir nebeneinander. Wir schlafen in dieser Nacht das letzte Mal miteinander. Alles wirkt einstudiert, wie das Laufen im Regen.

Die vertrockneten Blumen auf dem Fenstersims hast du von mir.

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