Manchmal, …

 

Manchmal, da sind die Tage so schnell, dann weiß man gar nicht, wie einem geschieht.  Die letzen, die waren genau so. Ich hätte dann gern einen Pause-Knopf, um alles was war und was ich erlebte habe, zu verarbeiten.

Manchmal, da sind die Tage ganz langsam. Diese hatte ich jetzt sehr lange nicht mehr, aber dann ist es kaum auszuhalten und sie ziehen sich, wie zäher Kaugummi. Ich weiß dann gar nicht, was ich diesen langen Tagen anstellen soll und Tage und Wochen dauern eine Ewigkeit.

Empathie

Das aschgraue, eingefallene Gesicht des Mannes am Empfang und seine trostlosen Augen starren mich fragend an. Er zeigt keine Reaktion, als ich an ihn herantrete. Es ist nicht nur der Ort, sondern auch seine Menschen, die aufgebraucht, erschöpft und von jeglicher Empathie verlassen sind.

Morgens

MorgensWährend ich an der roten Ampel warte, zündest du dir die erste Zigarette an.

Ich habe den Dunst aus Alkohl, Rauch und Schweiß gerade erst verlassen und atme jetzt die reine Morgenluft. Es ist klar und kalt und nur deine kleinen Rauchwölkchen vernebeln diese ersten Stunden des Tages.

Ich frage mich, ob wir beide denselben Club verlassen haben, dann wird es grün.

Im Verborgenen

Berlin Hauptbahnhof

In der Bahn verstecke ich mich hinter Sonnenbrille und Kopfhörern, beobachte und lausche den Gesprächen. Der Mann neben mir unterhält sich lautstark. Ich suche seinen Gegenüber, doch den gibt es nicht. In mir kommt die Frage nach dem, wie einsam ein Mensch eigentlich sein muss, dass er an einem so menschengefüllten Ort das Bedürfnis verspürt sich mit teilen zu müssen, damit er das Gefühl hat, dass ihm überhaupt noch jemand zuhört. Dann fallen mir all die verachtenden Blicke der Menschen um mich herum auf. Ihre Augen lassen vermuten was sie denken.

Ich steige aus.