Sommerrad

Wir nehmen die Räder und fahren entgegen von Einbahnstraßen durch den Park, vorbei an Feldern, hinaus aufs Land. Die wärmende Sonne, den kühlenden Fahrtwind und die Weite, die uns umgibt – alles scheint behaglich. An einer Wiese machen wir kurz halt. Sie will noch einen Strauss pflücken, um ihn dann im Sommerhaus auf die Anrichte der Küche zu stellen. Die weiße Anrichte ist ein Erbstück einer entfernten Verwandten. Der Strauss soll in die große Kristallvase. Sie pflückt und ich liege im Gras, schaue in den Himmel und blinzle oft, weil die Sonne blendet und manchmal da hör‘ ich sie rufen. Sie erzählt von Blumen, Kindheitserinnerungen, ihren Eltern und Großeltern. Dann fahren wir weiter.

Das Sommerhaus liegt außerhalb, zwischen einem Waldstücke und den angrenzenden Getreidefeldern. Es ist ein Ritual: wir kommen an, sie zieht frische weiße Lacken auf, öffnet alle Fenster, stellt die Blumen auf die Anrichte. Ich setze Kaffee auf.  Auf der Terrasse vorm Haus stehen die alten Gartenmöbel. Dort sitzt sie dann und liest. Mein Blick ist auf die Felder gerichtet, schweige ich und erkenne die Einöde und gleichzeitige Idylle dieses Ortes.

Es ist schon spät an diesem Nachmittag.

3 Gedanken zu „

    1. ich wollte weiterziehen, weiterlesen vielleicht sogar. beflügelt, von deinem kleinen Ausschnitt, eures Sommer.Lebens. dachte mir: es braucht hier keine weiteren Worte. nicht ein einziges. dennoch, möcht (muss) ich einfach schreiben, wie frohglückt mein Herz ist, beim Lesen dieser deiner Zeilen, einer wundertollen, friedlichen Welt, wie ich sie mir schöner, nicht ausmalen könnte…

      hierfür grosser Dank – auch an meine Vorschreiberin, Eni! ebenfalls eine (für mich schon lange Zeit vorbildliche), sehr inspirierende, Modedesignerin, Wortspielerin, Bücherlesende, Sammlerin, schönster Dinge…und Autorin, jetzt/immer gewesen…durch welche ich den Weg hier her fand!

      welch grosses Glück. an beide: ein Dank von Herzen, dafür, dass ihr schreibt, dafür dass ich lernen und mich inspirieren kann. immer wieder. für mich ist es, seit Kindertagen bereits grosser Teil, des Lebens. stets aber nur für mich. nun wage ich, kleinste Schritte machend, den Weg hinaus. und möchte lernen. mehr und immerzu. dass kann ich hier, wie dort, bei Eni und/oder ihrem Wortwerk. d a n k e.

      liebst,
      Elise

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