Nicht in Sichtweite.

Ein altes Gartentor begrenzt den kleinen Vorgarten mit den zwei roten Häusern. Alles erinnert mich an Schweden. Der Weg vor dem Tor führt direkt zum Strand. Immer, wenn wir hier ankommen, zelebrierst du es mit deinem Ritual. Diesmal öffnest du alle Fenster, lässt die wärmende Sommerluft hinein, pflückst Blumen aus dem Garten, bindest daraus einen Strauß und stellst ihn auf das kleine Buffet am Eingang. Dann ziehst du deine Schuhe aus und läufst sofort den sandigen Weg und die Düne hinauf. Ich folge dir und bevor du einen ersten Blick auf das Meer werfen kannst, drehst du dich um, gestikulierst wild und rufst mir zu, ich solle mich doch beeilen. Mein Schritt verlangsamt sich wie von selbst und du kannst diese Spannung kaum noch aushalten. Du bist aufgeregt, wie ein Kind in der Nacht vor seinem Geburtstag.
Immer schon kommen wir hierher, immer dasselbe Ritual und als ich dich endlich erreiche, nimmst du hektisch meine Hand und ziehst mich zum Strand. Das ist dann der schönste Moment.

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