Manchmal, …

 

Manchmal, da sind die Tage so schnell, dann weiß man gar nicht, wie einem geschieht.  Die letzen, die waren genau so. Ich hätte dann gern einen Pause-Knopf, um alles was war und was ich erlebte habe, zu verarbeiten.

Manchmal, da sind die Tage ganz langsam. Diese hatte ich jetzt sehr lange nicht mehr, aber dann ist es kaum auszuhalten und sie ziehen sich, wie zäher Kaugummi. Ich weiß dann gar nicht, was ich diesen langen Tagen anstellen soll und Tage und Wochen dauern eine Ewigkeit.

Empathie

Das aschgraue, eingefallene Gesicht des Mannes am Empfang und seine trostlosen Augen starren mich fragend an. Er zeigt keine Reaktion, als ich an ihn herantrete. Es ist nicht nur der Ort, sondern auch seine Menschen, die aufgebraucht, erschöpft und von jeglicher Empathie verlassen sind.

Nicht in Sichtweite.

Ein altes Gartentor begrenzt den kleinen Vorgarten mit den zwei roten Häusern. Alles erinnert mich an Schweden. Der Weg vor dem Tor führt direkt zum Strand. Immer, wenn wir hier ankommen, zelebrierst du es mit deinem Ritual. Diesmal öffnest du alle Fenster, lässt die wärmende Sommerluft hinein, pflückst Blumen aus dem Garten, bindest daraus einen Strauß und stellst ihn auf das kleine Buffet am Eingang. Dann ziehst du deine Schuhe aus und läufst sofort den sandigen Weg und die Düne hinauf. Ich folge dir und bevor du einen ersten Blick auf das Meer werfen kannst, drehst du dich um, gestikulierst wild und rufst mir zu, ich solle mich doch beeilen. Mein Schritt verlangsamt sich wie von selbst und du kannst diese Spannung kaum noch aushalten. Du bist aufgeregt, wie ein Kind in der Nacht vor seinem Geburtstag.
Immer schon kommen wir hierher, immer dasselbe Ritual und als ich dich endlich erreiche, nimmst du hektisch meine Hand und ziehst mich zum Strand. Das ist dann der schönste Moment.